"Wir sind da und helfen,
wenn Menschen uns brauchen"

Die Franziskanerinnen von Reute haben im Jahr 1999 die St. Elisabeth-Stiftung gegründet und im Jahr 2000 ihre sozialen Werke in die Stiftung eingebracht. Über 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen heute die über 150-jährige Tradition des Ordens fort und sind zwischen Ulm und dem Bodensee für hilfebedürftige Menschen im Einsatz.

Mehr Infos über Kloster Reute

Die Geschäftsbereiche der St. Elisabeth-Stiftung

Zur Altenhilfe der St. Elisabeth-Stiftung gehören das Hospiz Haus Maria in Biberach und acht Wohnparks mit Tages- und Kurzzeitpflegeangeboten, Pflegeheimen und betreuten Wohnungen. Die Stiftung ist an drei Sozialstationen beteiligt.

Heggbacher Werkstattverbund und Heggbacher Wohnverbund bieten differenzierte Wohnformen und Arbeitsplätze für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung an - ergänzt durch offene und ambulante Angebote.

Im Bereich Gesundheit und Entwicklung betreiben wir das Jordanbad in Biberach - ein modernes Thermalbad mit Hotel und Therapiezentrum, Wellness und Fitness. Die Sinn-Welt bietet ganz neue Sinneserlebnisse. Ebenso zu diesem Geschäftsbereich gehört die Akademie für Gesundheit und Entwicklung mit ihren zahlreichen Kursangeboten.

Die Stiftung engagiert sich zudem für behinderte und nicht behinderte Kinder und Jugendliche sowie deren Familien: Der Geschäftsbereich Kinder-Jugend-Familie bietet ein breites Spektrum von der Medikamentenberatung für Schwangere über integrative Kindergärten und Frühförderung bis zu Wohn- und Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche mit geistiger oder mehrfacher Behinderung.

Teil der St. Elisabeth-Stiftung sind außerdem die Wirtschaftsbetriebe und Gastronomie, darunter fallen die Zentralküche, das Gästehaus St. Theresia und die Klostermetzgerei, ein ehemaliger Betrieb des Klosters in Reute bei Bad Waldsee.

Und außerdem: die Beteiligungen der St. Elisabeth-Stiftung.
Die Stiftung gehört dem "Stiftungsforum in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gGmbH" an und engagiert sich mit der Beteiligung an den "Instituten für soziale Berufe" in Ravensburg und Stuttgart in der Berufsausbildung. Des Weiteren ist die St. Elisabeth-Stiftung an der "Hospizstiftung Biberach" beteiligt.

Elisabeth & Franz -
Die wahre Geschichte

Eine alte Geschichte modern erzählt... über unsere Leitfigur der St. Elisabeth-Stiftung, die Heilige Elisabeth von Thürigen und über Franz von Assisi, die Leitfigur der Franziskanerinnen von Reute (sie haben die St. Elisabeth-Stiftung gegründet) kann man im Internet viel erfahren. Wir haben hier die wichtigsten Eckpunkte dieser beiden Lebenswege aufgeführt - und finden, dass diese beiden Menschen, die im Mittelalter gelebt haben, bereits in jungen Jahren Erstaunliches geleistet haben. Noch heute dienen sie den Menschen als Vorbild und als Kraftquelle.

 

Elisabeth und Franz waren Menschen, die bereits in jungen Jahren auf der Suche nach "mehr" waren, nach einem tieferen Sinn in ihrem Leben. So wie Menschen, die sich ganz bewusst für einen Beruf im sozialen Bereich interessieren, oder?

Franz von Assisi

Steckbrief

  • geboren 1181/1182 in Assisi, Italien
  • gestorben 1226 in Assisi, Italien
  • Eltern: Pica und Pietro Bernardone, wohlhabende Tuchhändler

Lebensgeschichte

Franz von Assisi ist Sohn wohlhabender Eltern. Er genießt eine für einen Bürgerlichen vergleichsweise hohe Bildung - sein Vater sieht in seinem ältesten Sohn Franz seinen Nachfolger im Tuchhandel und geht davon aus, dass ein Kaufmann Lesen, Schreiben und Rechnen können sollte, weshalb er ihn zur Schule schickt.
Franz führt in seiner Jugend ein ausschweifendes Leben: mit dem Geld seines Vaters schmeißt er Partys für seine Freunde und ist der Mittelpunkt seiner Clique.

Franz ist ein Draufgänger und will sich beweisen: im November 1202 zieht er für seine Stadt Assisi in einen Krieg gegen die Nachbarstadt Perugia. Assisi verliert und Franz gerät wie viele andere Kämpfer in Gefangenschaft. Erst 1204 kommt er gegen ein Lösegeld seines Vaters wieder frei. Er ist krank und im Inneren tief erschüttert durch die Kriegserlebnisse.

Sein Jugendtraum, Ritter zu werden und sein unbekümmertes Leben als "reicher Sohn" sind vorbei.

Der Wendepunkt

Einen letzten Versuch, an seinen Berufswunsch "Ritter" anzuknüpfen unternimmt Franz 1204 oder 1205. Er begibt sich auf einen Kriegszug nach Apulien, kehrt aber unterwegs um. Die Legende berichtet, dass er von Gott geträumt hat und dieser ihn dazu aufruft, statt als weltlicher Ritter lieber als Diener Gottes zu wirken.

Franz zieht sich immer mehr zurück - von seinen Freunden, von seinem alten Lebensstil. Er sucht die Einsamkeit. 1205 oder 1206 begibt er sich auf eine Wallfahrt nach Rom und tauscht unterwegs seine Kleidung gegen die eines Bettlers. Franz will ein Leben in Einfachheit und Armut "ausprobieren" - sein Vater sieht das nicht gerne. Er hat immer noch den Plan, dass sein ältester Sohn seine Geschäfte übernimmt. Außerdem duldet er es nicht, dass Franz Waren aus dem Laden an Arme und Bedürftige verteilt.

Die Berufung

Franz fühlt sich 1205 dazu berufen, mehrere kleine Kirchen, die baufällig waren, wieder aufzubauen. Dazu bedient er sich auch aus dem Vermögen seines Vaters, was diesem überhaupt nicht gefällt. Der Streit geht so weit, dass sein Vater ihn vor Gericht verklagt. Beim Gerichtstermin verzichtet Franz auf sein Erbe und sagt sich vom Vater los.

Danach lebt Franz als Einsiedler außerhalb der Stadtmauern. Sein Essen muss er nun erbetteln. Er pflegt Aussätzige, die auch außerhalb der Stadtmauern leben. Für ihn ist das gelebte Buße: noch in seinem ausschweifenden Leben war ihm der Anblick von Aussätzigen höchst unangenehm. Nun pflegt er sie und sieht darin etwas Gutes und Wertvolles.

Franz entscheidet sich für ein Leben in völliger Armut. Er lebt das Evangelium so konkret und wörtlich es nur geht, wie seine Vorbilder, die zwölf von Jesus ausgewählten Jünger.
Franz beginnt zu predigen: er ermahnt seine Mitmenschen, Gott zu lieben und für ihre Sünden Buße zu tun. Für seine extreme Lebensweise erntet er von vielen Menschen Spott und Ablehnung, doch einige bewundern ihn und folgen ihm auf seinem Weg. Die ersten Brüder schließen sich ihm an.

Dies sind die Wurzeln der franziskanischen Gemeinschaft und des Ordens der Franziskaner, benannt nach Franz von Assisi.

Besondere Merkmale

Franz galt als Bewunderer und Bewahrer der Schöpfung, der Natur, der Tiere - daher wird er als Heiligenfigur mit Vögeln dargestellt.

Sein wohl bekanntestes Werk ist der "Sonnengesang", ein Gebet, in dem die Schönheit der Schöpfung gepriesen und Gott Dank dafür ausgesprochen wird.

Die Heilige Elisabeth

Steckbrief

  • geboren 7. Juli 1207, Burg Sarospatak, Ungarn
  • gestorben 17. November 1231, Marburg
  • Eltern: Gertrud von Andechs und König Andreas II. (Ungarischer König)

Lebensgeschichte

Elisabeth wird bereits als Neugeborene mit einem Sohn des Landgrafen Hermann I. von Thüringen verlobt und zieht als Vierjährige an den thüringischen Hof zu ihrem zukünftigen Ehemann um. So soll sie schon als junges Mädchen die höfische Erziehung genießen und die Prägung auf ihr Leben als zukünftige Gemahlin eines Herrschers erfahren. Solche Heiratspläne im frühen Alter haben machtpolitische Hintergründe und sind in Adelskreisen weit verbreitet.

Mit 14 Jahren heiratet Elisabeth den 17jährigen Ludwig von Thüringen im Jahr 1221. Es heißt, dass beide eine glückliche und für damalige Zeiten durchaus gleichberechtigte Beziehung führen.

Elisabeth fällt schon als kleines Mädchen durch ihre Willenstärke, Lebhaftigkeit und ihren stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und ihre Frömmigkeit auf. Sie lehnt den höfischen Prunk ab.

Für damalige Zeiten völlig ungewöhnlich, engagiert sich Elisabeth persönlich für Arme und Kranke. Mit ihren Dienerinnen zusammen spinnt sie Wolle und webt Stoffe für Bedürftige und sie verteilt Almosen. Besonders bemerkenswert und von ihren Zeitgenossen völlig unverstanden: sie pflegt Kranke und wäscht und bekleidet Verstorbene. Sie ist sich für keine dieser Tätigkeiten zu schade. Ganz besonders liegen ihr aussätzige, entstellte und behinderte Kinder am Herzen, um die sie sich liebevoll kümmert.

Ihr Mann unterstützt ihr soziales Engagement, beide gründen zusammen ein Hospital für arme, alte und kranke Menschen.

 

Der Wendepunkt

1227 stirbt Elisabeths Mann Ludwig an einer Seuche, er war auf einem Kreuzzug unterwegs. Ludwig hatte Elisabeths Verhalten und ihre gutherzigen Taten immer unterstützt und zugelassen - und sie damit vor allen Verwandten, Hofbeamten und dem heimischen Adel geschützt und verteidigt.

Nach seinem Tod stand sie mit ihrer für damalige Zeiten extrem provozierenden Lebenseinstellung alleine da. Mit ihren drei Kindern verlässt sie die Wartburg, um von nun an in völliger Armut zu leben.

Die Berufung

Elisabeth gilt schon als junges Mädchen als fromm. Ihr ganzes Leben als Landgräfin verbringt sie mit der Auflehnung gegen die höfische Verschwendung und die ausbeuterische Bereicherung an den Untergebenen. Als Witwe schlägt sie den Weg der freiwillig gewählten Armut und der Hingabe für die praktizierte Nächstenliebe ganz konsequent ein und behält diesen bis zu ihrem Tod im Alter von nur 24 Jahren bei. Zuletzt lebt sie als Spitalschwester, sie pflegt Arme und lebt dabei selbst in einfachsten Verhältnissen.

Besondere Merkmale

Elisabeth wird als Heiligenfigur häufig mit Brot und Rosen dargestellt. Dies geht auf die Legende des "Rosenwunders" zurück: sie wollte Armen in einem Korb Brot bringen. Da ihr Mann ihr dies angeblich verboten haben soll und er sie mit dem Korb in ihrer Hand zur Rede stellen will, verlangt er von ihr, das Tuch von dem Korb zu heben. Darunter befinden sich nun aber Rosen - und kein Brot! Das Brot hatte sich also zu Rosen verwandelt, wohl um Elisabeth zu schützen.

Diese Legende gibt es in unterschiedlichen Fassungen - aber immer will sie Elisabeths unbändigen Willen zur Mildtätigkeit zum Ausdruck bringen.

Stiftungsfilm

In unserem Stiftungsfilm lernt man
die St. Elisabeth-Stiftung
und ihre Geschäftsbereiche kennen.


St. Elisabeth-Stiftung